EMZETT.
Login

IHK

IHK Bild: Michielverbeek, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Kurz: Industrie- und Handelskammer — die Institution, die in Deutschland u. a. Ausbildungsberufe wie den Fachinformatiker organisiert, prüft und zertifiziert.

Genauer: Regelt die Rahmenlehrpläne dualer Ausbildungen, führt Zwischen- und Abschlussprüfungen durch und stellt die anerkannten Berufsabschlüsse aus. Für IT-Azubis in Deutschland die zentrale Prüfungsinstanz außerhalb von Betrieb und Berufsschule.

Im Detail

Rolle im dualen Ausbildungssystem

Die IHK ist eine von mehreren Kammerorganisationen in Deutschland (neben z. B. der Handwerkskammer für handwerkliche Berufe), zuständig für den Großteil der kaufmännischen und technischen Ausbildungsberufe, darunter alle vier Fachinformatiker-Fachrichtungen (Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Daten- und Prozessanalyse, Digitale Vernetzung). Sie ist weder der Arbeitgeber noch die Berufsschule — die duale Ausbildung läuft bewusst parallel in drei getrennten Institutionen: der Ausbildungsbetrieb vermittelt praktische Fähigkeiten im Arbeitsalltag, die Berufsschule vermittelt theoretisches Fachwissen und Allgemeinbildung, die IHK prüft und zertifiziert das Endergebnis unabhängig von beiden — eine Art externe Qualitätskontrolle, die sicherstellt, dass ein Abschluss bundesweit vergleichbar bleibt, unabhängig davon, wie gut oder schlecht ein einzelner Ausbildungsbetrieb tatsächlich ausbildet.

Prüfungsablauf

Der typische Ablauf: Anmeldung zur Ausbildung bei der zuständigen regionalen IHK direkt zu Ausbildungsbeginn, eine Zwischenprüfung etwa zur Ausbildungsmitte (zählt in den meisten Ausbildungsordnungen nicht direkt zur Endnote, dient primär als Standortbestimmung für Azubi und Betrieb) und die Abschlussprüfung am Ende der Ausbildungszeit. Bei Fachinformatikern besteht die Abschlussprüfung typischerweise aus einem schriftlichen Teil (Wissensfragen zu Kernthemen der Fachrichtung) und einem praktischen Teil — oft ein selbst konzipiertes und dokumentiertes Abschlussprojekt, das anschließend in einem mündlichen Fachgespräch vor einem Prüfungsausschuss verteidigt werden muss.

Bundesweite Anerkennung

Der bestandene IHK-Abschluss ist bundesweit einheitlich anerkannt, unabhängig davon, in welchem Bundesland oder bei welcher regionalen IHK ausgebildet wurde — die Rahmenlehrpläne und Prüfungsinhalte werden zentral über den Bundesausschuss für Berufsbildung festgelegt, auch wenn die konkrete Durchführung und Organisation bei der jeweils zuständigen regionalen IHK liegt. Diese Einheitlichkeit erleichtert es Arbeitgebern, die Qualifikation eines Bewerbers unabhängig vom Ausbildungsort einzuschätzen.

Berichtsheft und Ausbildungsnachweis

Während der Ausbildung führen Azubis üblicherweise ein Berichtsheft (auch Ausbildungsnachweis genannt), in dem regelmäßig dokumentiert wird, welche Tätigkeiten im Betrieb ausgeführt und welche Inhalte in der Berufsschule vermittelt wurden — ein vollständig und ordnungsgemäß geführtes Berichtsheft ist in vielen Bundesländern formale Zulassungsvoraussetzung für die Abschlussprüfung, unabhängig von den fachlichen Leistungen selbst.

Siehe auch: Systemintegration, Anwendungsentwicklung, Daten- und Prozessanalyse