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Daten- und Prozessanalyse

Kurz: Die systematische Untersuchung von Datenflüssen und Arbeitsabläufen, um sie zu verstehen, zu dokumentieren oder zu verbessern.

Genauer: Vor der Implementierung einer neuen Software oder eines neuen Ablaufs wird analysiert, welche Daten wo entstehen, wie sie verarbeitet werden und welche Prozessschritte nötig sind — oft mit Werkzeugen wie UML-Diagrammen visualisiert. Grundlage jeder fundierten Anforderungsanalyse in der Anwendungsentwicklung.

Im Detail

Bei der Datenanalyse steht im Vordergrund, WELCHE Daten existieren: welche Entitäten es gibt (z. B. Kunde, Bestellung, Produkt), wie sie zueinander in Beziehung stehen und welche Attribute sie haben — das Ergebnis ist oft ein Datenmodell bzw. Entity-Relationship-Diagramm. Bei der Prozessanalyse steht im Vordergrund, WIE Abläufe funktionieren: wer macht wann was, in welcher Reihenfolge, mit welchen Entscheidungspunkten — dargestellt z. B. als Aktivitätsdiagramm (eine der UML-Diagrammarten) oder BPMN-Flowchart.

Beide Analysen gehören meist zusammen, weil Prozesse Daten erzeugen und verändern: ein Bestellprozess (Prozesssicht) erzeugt und aktualisiert Datensätze wie Bestellung, Zahlung, Lieferstatus (Datensicht). Eine saubere Analyse VOR der Implementierung verhindert teure Fehlkonzeptionen — ein Datenmodell, das erst nach der Hälfte der Entwicklung als unzureichend erkannt wird, ist deutlich teurer nachträglich zu ändern als am Reißbrett.

In der Praxis wird das oft mit Interviews von Fachbereichs-Mitarbeitern, bestehender Dokumentation und Ist-Prozess-Beobachtung kombiniert, bevor daraus ein Soll-Konzept für die neue Software entsteht.

Typische Modellierungswerkzeuge

Neben UML-Diagrammen kommen je nach Fokus weitere Notationen zum Einsatz: Entity-Relationship-Diagramme (ERD) für reine Datenstrukturen und ihre Beziehungen zueinander, BPMN (Business Process Model and Notation) für unternehmensweite Geschäftsprozesse mit mehreren beteiligten Rollen, und einfache Flowcharts für simplere, lineare Abläufe. Die Wahl des Werkzeugs hängt stark davon ab, wer das Ergebnis später lesen soll — ein UML-Klassendiagramm ist primär für Entwickler gedacht, ein BPMN-Diagramm soll dagegen oft auch von Fachbereichs-Mitarbeitern ohne Programmierkenntnisse verstanden werden.

Siehe auch: UML, Anwendungsentwicklung, Systemintegration