USB-B
Kurz: Ein quadratischer USB-Steckertyp, der traditionell an der Geräteseite (statt am PC) verwendet wird — klassisch z. B. bei Druckern.
Genauer: USB-B-Kabel haben meist USB-A auf der PC-Seite und USB-B (oder eine Mini-/Micro-Variante) auf der Geräteseite. Mit der Verbreitung von USB-C wird auch USB-B zunehmend seltener.
Im Detail
Warum es überhaupt zwei Steckerformen gab
Die Grundidee hinter dem asymmetrischen USB-System war ursprünglich, PC-seitige (“Host”) und geräteseitige (“Device”) Stecker bewusst unterschiedlich zu gestalten, damit Nutzer nicht versehentlich zwei PCs oder zwei Peripheriegeräte direkt miteinander verbinden — eine Fehlkonfiguration, die bei symmetrischen Steckern leicht passieren könnte und je nach elektrischer Auslegung sogar Hardware beschädigen kann. USB-A war für die Host-Seite gedacht (PC, Ladegerät, Hub), USB-B für die Geräteseite (Drucker, Scanner, externes Laufwerk). Der klassische, quadratische USB-B-Stecker (offiziell “Typ B Standard”) mit seiner charakteristischen, leicht abgeschrägten oberen Kante findet sich bis heute vor allem an Druckern, manchen externen Festplattengehäusen, MIDI-Geräten und Laborinstrumenten.
Die Mini- und Micro-Generationen
Für kleinere, mobile Geräte war der sperrige Standard-B-Stecker unpraktisch, weshalb USB-B im Lauf der Zeit durch kompaktere Varianten ergänzt wurde. Mini-USB (Mitte der 2000er) kam vor allem bei frühen MP3-Playern, Digitalkameras und ersten Smartphones zum Einsatz, erwies sich aber als mechanisch wenig robust — der Stecker nutzte sich bei häufigem Ein-/Ausstecken relativ schnell ab. Micro-USB löste Mini-USB ab und wurde jahrelang zum de-facto-Standard bei Android-Smartphones, bevor USB-C ab etwa 2015 diese Rolle übernahm. Die EU-weite Ladegeräte-Vereinheitlichung setzte zunächst auf Micro-USB, bevor der Standard 2024 vollständig auf USB-C umgestellt wurde.
Funktionale Grenzen gegenüber USB-C
Alle USB-B-Varianten (Standard, Mini, Micro) übertragen ausschließlich klassisches USB-Protokoll in den älteren Geschwindigkeitsstufen — die Steckerform selbst limitiert die maximal mögliche Datenrate und Leistungsabgabe deutlich gegenüber USB-C. Moderne Fähigkeiten wie hohe Power-Delivery-Leistung (bis 240 Watt bei USB-C), DisplayPort-Videoausgabe über denselben Stecker (Alternate Mode) oder Thunderbolt-Kompatibilität existieren für USB-B-Formen schlicht nicht — diese Funktionen wurden erst mit der USB-C-Spezifikation eingeführt und benötigen die zusätzlichen Kontaktpins und die symmetrische, wendbare Steckerform von USB-C.
Praktische Relevanz heute
Wer heute noch USB-B-Geräte betreibt (typischerweise ältere Drucker oder Laborhardware mit langer Lebensdauer), braucht meist ein USB-A-auf-USB-B-Kabel, da moderne Laptops zunehmend nur noch USB-C-Anschlüsse besitzen — hier hilft ein USB-C-auf-USB-A-Adapter oder ein entsprechend umschaltbares Kabel.