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Telefone

Ein schwarzes Wählscheibentelefon auf weißem Untergrund Foto: Quino Al auf Unsplash

Kurz: Geräte zur Sprachkommunikation über Distanz — vom klassischen Festnetztelefon bis zum Smartphone.

Genauer: Während klassische Festnetztelefone über das leitungsvermittelte Telefonnetz laufen, nutzen moderne Telefonanlagen und Smartphones zunehmend VoIP, bei dem Sprache als Datenpakete über IP-Netzwerke übertragen wird.

Im Detail

Vom Wählscheibentelefon zum Smartphone

Das klassische Festnetztelefon ist ein reines Endgerät für leitungsvermittelte Telefonie: Ein Mikrofon wandelt Sprache in ein analoges elektrisches Signal um, das über eine dedizierte Kupferleitung zur nächsten Vermittlungsstelle läuft. Frühe Geräte nutzten eine Wählscheibe, die durch das Drehen Stromimpulse erzeugte (Impulswahlverfahren); spätere Tastentelefone senden stattdessen Tonkombinationen (Mehrfrequenzwahlverfahren, DTMF) — dasselbe Prinzip, das bis heute bei Telefonmenüs (“Drücken Sie die 1 für…”) verwendet wird.

Mit ISDN wurde die Übertragung digital, blieb aber leitungsvermittelt. Der eigentliche Umbruch kam mit VoIP: Sprache wird in kleine Datenpakete zerlegt, die wie jeder andere Netzwerkverkehr über gemeinsam genutzte Leitungen laufen und erst beim Empfänger wieder zu einem durchgehenden Audiostrom zusammengesetzt werden — deutlich effizienter (die Leitung wird nur bei tatsächlicher Sprachaktivität belastet), aber empfindlicher gegenüber Netzwerkproblemen wie Paketverlust oder schwankender Latenz (spürbar als Aussetzer/Verzögerung im Gespräch).

Vom dedizierten Gerät zur Software

Ein wichtiger Wandel betrifft die Frage, was überhaupt noch als “Telefon” zählt. Klassisch war ein Telefon ein eigenständiges Hardwaregerät mit genau einer Funktion. Smartphones sind dagegen Allzweckcomputer, bei denen Telefonie nur eine von vielen Apps ist — parallel dazu läuft dieselbe Hardware für Internetzugriff, Kamera, Messaging und tausende weitere Anwendungen. In Unternehmensumgebungen setzt sich zunehmend das Softphone durch: eine reine Software-Anwendung auf PC oder Smartphone, die ganz ohne dediziertes Telefongerät auskommt und stattdessen Headset oder eingebautes Mikrofon/Lautsprecher nutzt.

DECT und schnurlose Festnetztelefone

Zwischen klassischem Kabeltelefon und Smartphone stehen schnurlose Festnetztelefone nach dem DECT-Standard (Digital Enhanced Cordless Telecommunications): Eine Basisstation ist per Kabel mit der Telefonleitung bzw. einem VoIP-Anschluss verbunden, das eigentliche Telefon kommuniziert drahtlos mit dieser Basis über eine kurze Reichweite (typischerweise 20-50 Meter, je nach Gebäude). DECT nutzt einen eigenen Frequenzbereich (1880-1900 MHz in Europa), der nicht mit WLAN kollidiert, was DECT-Verbindungen gegenüber WLAN-basierten Lösungen robuster gegen Störungen macht.

Kompatibilität und Umstieg

Bei einem Umstieg von klassischer auf IP-Telefonie stellt sich häufig die Frage, ob bestehende Telefonhardware weiterverwendet werden kann. Viele klassische Tischtelefone unterstützen inzwischen SIP direkt (SIP-Telefone) und lassen sich damit unmittelbar an eine VoIP-Telefonanlage anschließen; rein analoge Altgeräte benötigen einen ATA-Adapter (Analog Telephone Adapter), der zwischen analogem Telefon und IP-Netzwerk übersetzt.

Siehe auch: Telefonie, Smartphones