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VoIP

Kurz: Voice over IP — Telefonie über Internetprotokolle statt über das klassische leitungsvermittelte Telefonnetz.

Genauer: Sprache wird digitalisiert, in Datenpakete verpackt und wie jeder andere Netzwerkverkehr übertragen — meist über UDP, weil bei Sprachübertragung ein gelegentlich verlorenes Paket (kurzes Knacken) weniger stört als die Verzögerung durch eine erneute Anfrage bei TCP. Ermöglicht Kosteneinsparungen und Zusatzfunktionen (Videoanrufe, Chat-Integration) gegenüber klassischer Telefonie.

Im Detail

VoIP nutzt üblicherweise ein Zwei-Protokoll-Modell: Ein Signalisierungsprotokoll (meist SIP — Session Initiation Protocol) baut den Anruf auf, klärt Codec-Fähigkeiten beider Seiten und beendet ihn wieder; die eigentlichen Audiodaten fließen danach separat über RTP (Real-time Transport Protocol), meist über UDP. Diese Trennung erlaubt es, den Signalisierungskanal zuverlässig (ggf. auch über TCP) zu betreiben, während der zeitkritische Audio-Stream selbst auf minimale Latenz statt auf Zustellgarantie optimiert ist.

Ein zentrales Qualitätsmerkmal bei VoIP ist Jitter — die Schwankung der Latenz zwischen aufeinanderfolgenden Paketen. Selbst wenn die durchschnittliche Latenz niedrig ist, führt starkes Schwanken zu hörbaren Aussetzern oder verzerrter Sprache, weil der Empfänger Pakete in gleichmäßigen Abständen abspielen muss, aber ungleichmäßig ankommende Pakete zwischenpuffern (oder im Extremfall verwerfen) muss. Moderne VoIP-Systeme nutzen deshalb adaptive Jitter-Buffer, die sich laufend an die tatsächlichen Netzwerkbedingungen anpassen.

Siehe auch: Telefonie, UDP, Latenz