EMZETT.
Login

Telnet

Kurz: Ein altes Protokoll für die Fernsteuerung eines Rechners über eine Textkonsole, das alle Eingaben unverschlüsselt überträgt.

Genauer: Telnet (Teletype Network, seit 1969, RFC 854) arbeitet auf Port 23 über TCP und gehört zur Anwendungsschicht. Man verbindet sich mit einem Server, meldet sich an und tippt Befehle wie an dessen eigener Konsole. Weil Benutzername, Passwort und alle Daten im Klartext durchs Netz gehen, wurde Telnet durch SSH ersetzt.

Im Detail

Aufruf

telnet 192.168.1.1          (Port 23, Standard)
telnet mail.example.com 25  (anderer Port)

Unter Windows ist der Telnet-Client ein optionales Feature, das man in den Windows-Features aktivieren muss.

Wofür man Telnet heute noch kennt

  • Netzwerkgeräte: Alte Switches, Router und Drucker lassen sich noch per Telnet konfigurieren, in der Praxis sollte man es abschalten und SSH nutzen.
  • Ports testen: telnet host 80 zeigt, ob ein Port offen ist. Öffnet sich ein leeres Fenster, ist die Verbindung zustande gekommen; „Verbindung fehlgeschlagen“ heißt geschlossen oder gefiltert.
  • Protokolle von Hand lernen: Mit Telnet kann man SMTP, HTTP oder POP3 zeichenweise ausprobieren, weil diese Protokolle Textbefehle nutzen.
  • Prüfungen und Simulationen: Telnet gehört zum Standardstoff der Netzwerktechnik, zum Beispiel in Packet-Tracer-Übungen.

Warum es unsicher ist

Ein Angreifer im selben Netz (oder auf dem Weg) kann Telnet-Sitzungen mitlesen und Zugangsdaten abgreifen. Es gibt keine Verschlüsselung und keine Prüfung der Gegenstelle. Deshalb: im Internet nie verwenden, im internen Netz abschalten oder nur in isolierten Testumgebungen nutzen.

Telnet gegen SSH

TelnetSSH
Port2322
Verschlüsselungneinja
AnmeldungPasswort im KlartextPasswort oder Schlüssel, verschlüsselt
HeuteveraltetStandard

Siehe auch: SSH, TCP, TCP/IP-Modell, Fernwartung, SMTP, Verschlüsselung, Standard-Port, Netzwerkbefehle in der CMD