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OSPF: Dynamisches Routing im eigenen Netz

Kurz: Ein Routing-Protokoll für größere Firmennetze, bei dem Router ihre Verbindungen austauschen und daraus selbst die kürzesten Wege berechnen.

Genauer: OSPF (Open Shortest Path First) ist ein Link-State-Protokoll für das Innere eines Netzes (IGP). Jeder Router kennt am Ende die gesamte Netzstruktur seines Bereichs und berechnet mit dem Dijkstra-Algorithmus den günstigsten Weg zu jedem Ziel. Fällt eine Verbindung aus, rechnen alle Router neu und das Netz findet in der Regel in Sekunden einen anderen Weg.

Im Detail

Einfache Protokolle wie RIP geben nur weiter, wie weit ein Ziel entfernt ist, und zählen Router-Sprünge (maximal 15). OSPF dagegen verteilt Beschreibungen der einzelnen Verbindungen (Link-State Advertisements). Aus allen Beschreibungen baut jeder Router dieselbe Karte und rechnet selbst. Die Kosten einer Strecke richten sich nach der Bandbreite: Je schneller die Leitung, desto niedriger die Kosten.

Nachbarn und Bereiche

Router finden einander über Hello-Pakete und bilden Nachbarschaften. Auf Netzen mit mehreren Routern wird ein Designated Router gewählt, damit nicht jeder mit jedem sprechen muss. Große Netze teilt man in Areas auf. Area 0 ist der Backbone, alle anderen Bereiche hängen daran. So bleiben die Karten klein und Änderungen betreffen nicht das ganze Netz.

Beispielkonfiguration

Auf einem Router mit FRRouting oder ähnlicher Software sieht eine minimale Einrichtung so aus:

router ospf
 network 10.0.0.0/24 area 0
 network 10.0.1.0/24 area 0

Damit nimmt der Router die Schnittstellen in diesen Netzen in OSPF auf, sendet dort Hello-Pakete und lernt die Routen der Nachbarn.

Abgrenzung

OSPF arbeitet innerhalb einer Organisation (Autonomes System). Zwischen verschiedenen Betreibern im Internet kommt BGP zum Einsatz. Für kleine Netze mit wenigen Routern genügen feste (statische) Routen, OSPF lohnt sich bei mehreren Standorten und redundanten Wegen. IPv6 nutzt OSPFv3.

Siehe auch: Routing, BGP und Routing im Internet, Layer-3-Switch