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Netzwerkdurchsatz messen mit iperf3 und Speedtests

Kurz: iperf3 misst die Übertragungsrate zwischen zwei Rechnern im eigenen Netz und zeigt, ob Kabel, Switch oder WLAN bremsen; Online-Speedtests messen dagegen die Strecke ins Internet.

Genauer: „Das Netz ist lahm“ ist keine Diagnose. Mit Messungen trennt man Internetanschluss, WLAN, Kabel/Switch und Festplatten/Anwendung.

Im Detail

iperf3 im eigenen Netz

Ein Rechner ist Server, einer Client:

iperf3 -s                       # Server (Port 5201)
iperf3 -c 192.168.1.20          # Client: TCP-Test 10 s
iperf3 -c 192.168.1.20 -R       # Gegenrichtung (Server sendet)
iperf3 -c 192.168.1.20 -P 4     # 4 parallele Ströme
iperf3 -c 192.168.1.20 -u -b 100M   # UDP mit 100 Mbit/s (Paketverlust, Jitter)
iperf3 -c 192.168.1.20 -t 30 -i 5   # 30 s, Zwischenwerte

Erwartung: Gigabit-LAN ≈ 940 Mbit/s (≈ 110 MB/s), 2,5 GbE ≈ 2,35 Gbit/s, WLAN je nach Standard/Abstand 100–1500 Mbit/s mit Schwankung. Deutlich weniger → Kabel (Cat 5e/6, Knick), Port auf 100 Mbit ausgehandelt, Switch/Router-Last, Treiber, CPU-Limit, Duplex-Fehler. Bit vs. Byte: Mbit/s ÷ 8 = MB/s.

Speedtests fürs Internet

  • Speedtest (Ookla), fast.com, Cloudflare Speed Test, speedtest.net, Breitbandmessung der Bundesnetzagentur (amtliche Messung mit Protokoll, wichtig bei Minderleistung gegenüber dem Vertrag).
  • Messung per Kabel am Router, andere Geräte aus, mehrere Zeiten/Server.
  • Download, Upload, Ping/Latenz, Jitter, Paketverlust (wichtig für Gaming/Videocalls).
  • Bufferbloat (hohe Latenz unter Last): Test auf waveform.com/tools/bufferbloat, Abhilfe SQM/Smart Queue im Router.
  • Ergebnisse hängen von Gegenstelle, Tageszeit, WLAN und VPN ab.

Typische Engpässe finden

  1. Eigenes Gerät: CPU/Festplatte (HDD ≈ 100–150 MB/s!), Antivirus, Treiber.
  2. Kabel/Port: ethtool eth0 (Speed/Duplex), Windows Adapter-Status; andere Kabel/Port testen.
  3. Switch/Router: Auslastung, Firmware, Powerline/Mesh-Bridge begrenzt.
  4. WLAN: Band (2,4 vs. 5/6 GHz), Kanal, Abstand, Störung (siehe WLAN-Kanäle).
  5. Internet: Provider, Tarif, DSL-Leitung, Tageszeit, DNS (langsames Laden ≠ niedriger Durchsatz).
  6. Gegenstelle/Server.
  • Methode: Ein Faktor ändern, wiederholen, Ergebnisse notieren; mit iperf3 Ende-zu-Ende vs. Teilstrecken (z. B. Router ↔ PC).

Weitere Werkzeuge

  • ping/mtr (Latenz, Verlust), traceroute, ss/nload/iftop/bmon (Echtzeit-Last), Wireshark (Paketebene), NetFlow/sFlow (Verkehrsanalyse im Unternehmen), iPerf3 als Container, fio (Speicher), LibreSpeed (selbst gehosteter Speedtest), nuttcp, netperf.
  • Dokumentation (Datum, Gerät, Tarif) hilft bei Reklamation beim Provider und zur Verifikation nach Änderungen.
  • Prüfung: Einheiten (bit/Byte), Latenz vs. Durchsatz, Messfehler (Overhead, Duplex).
  • Rechtlich: Messen nur im eigenen Netz/mit Erlaubnis; Speedtests über Internet nutzen Datenvolumen (Mobilfunk beachten).

Siehe auch: Ping, Wireshark, Link Aggregation