EMZETT.
Login

Link Aggregation (LACP): mehrere Netzwerkleitungen bündeln

Kurz: Link Aggregation fasst mehrere physische Netzwerkverbindungen zu einer logischen zusammen, um mehr Gesamtbandbreite und Ausfallsicherheit zu erhalten; ein einzelner Datenstrom wird dadurch aber nicht schneller.

Genauer: Ein NAS oder Server mit zwei 1-Gbit-Anschlüssen soll nicht am Switch-Anschluss ersticken. Link Aggregation (LAG, IEEE 802.3ad/802.1AX, Linux „bonding/teaming“, Cisco „EtherChannel“) bündelt Leitungen.

Im Detail

Wie es funktioniert

Mehrere Ports werden zu einem logischen Port (LAG). Der Sender verteilt Datenströme (Flows) per Hash (MAC, IP, Port) auf die Leitungen. Folge: Viele gleichzeitige Verbindungen (mehrere Clients) nutzen die Summe der Bandbreite, eine einzelne Verbindung (ein Kopiervorgang) bleibt auf einer Leitung (1 Gbit). Fällt ein Kabel aus, laufen die übrigen weiter (Redundanz). LACP (Link Aggregation Control Protocol) handelt Bündel automatisch aus und erkennt Fehler; statische Bündel ohne Protokoll sind fehleranfälliger.

Einrichtung und Modi

  • Switch: managebarer Switch mit LACP/802.3ad am Port-Paar aktivieren; beide Seiten müssen passen.
  • Linux-Bonding: mode=802.3ad (LACP), balance-alb/balance-tlb (ohne Switch-Unterstützung), active-backup (reine Redundanz). Konfiguration per NetworkManager/netplan/systemd-networkd.
  • Windows Server/Synology/QNAP: „Link-Aggregation/Teaming“ in den Einstellungen.
  • Hash-Politik (layer2+3, layer3+4) bestimmt die Verteilung.
  • Gleiche Geschwindigkeit und Duplex der Mitgliedsleitungen, möglichst gleicher Switch (oder MLAG/vPC/Stacking für Ausfallsicherheit über zwei Switches).

Wann lohnt es sich?

  • Server/NAS mit vielen Clients, Virtualisierungshosts, Uplinks zwischen Switches.
  • Nicht nötig für Einzelnutzer, die schneller kopieren wollen: dann lieber 2,5/10 GbE (neue Karten, Cat 6A/7-Kabel) oder SMB Multichannel.
  • Kosten/Nutzen: Managed Switch nötig (günstig ab ca. 50–100 €).
  • Fehlerquellen: unterschiedlich konfigurierte Seiten, Schleifen (STP beachten), Hash verteilt ungleich (ein Flow dominiert), Treiberprobleme.
  • Diagnose: cat /proc/net/bonding/bond0, Switch-LAG-Status, iperf3 mit mehreren parallelen Strömen (-P 4).
  • Verwandt: VLAN, Spanning Tree, Switch, SMB Multichannel, NAS.

Einordnung (Prüfung)

LAG gehört zur Sicherungsschicht (Layer 2). Ziele: Bandbreite, Lastverteilung, Ausfallsicherheit. Abgrenzung: Load Balancer (Layer 4/7, verteilt Anfragen auf Server), Routing-ECMP (Layer 3), Failover/VRRP (Ersatz-Gateway). Beim Netzdesign gehört LAG oft zu Kern-/Verteiler-Uplinks. Dokumentieren (Port-Zuordnung, Verkabelungsplan).

Siehe auch: VLAN, Switch, NAS-Server