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IT-Monitoring und Verfügbarkeit: Nagios, Zabbix und Uptime-Überwachung

Kurz: Monitoring prüft laufend, ob Dienste und Server erreichbar und gesund sind, und alarmiert bei Problemen; Verfügbarkeit wird in Prozent gemessen und über Schwellenwerte und Alarme gesteuert.

Genauer: „Wir merken es, wenn Kunden anrufen“ ist zu spät. Monitoring erkennt Ausfälle und Trends (Platte füllt sich, Speicher knapp, Zertifikat läuft ab) bevor Schaden entsteht.

Im Detail

Was überwacht wird

  • Erreichbarkeit (Ping/HTTP/TCP-Port), Antwortzeit.
  • Systemwerte: CPU, RAM, Plattenplatz, I/O, Netzwerkdurchsatz, Temperatur.
  • Dienste/Prozesse, Datenbank, Warteschlangen, Logs/Fehlerraten.
  • Zertifikate (Ablauf), Domain, Backups (laufen sie?), USV, Drucker/Toner (SNMP).
  • Anwendung (APM): Requests, Fehler, Latenzen, Business-Metriken (Bestellungen pro Minute).
  • Synthetisches Monitoring: simulierter Nutzer durchläuft Login/Kauf.

Werkzeuge

  • Nagios/Icinga/Checkmk: klassisches Check-basiertes Monitoring.
  • Zabbix: Agent, SNMP, Auto-Discovery, Dashboards.
  • Prometheus + Grafana: Metriken, Alertmanager (cloud-native).
  • Uptime Kuma (self-hosted, einfach), UptimeRobot, Better Stack, Pingdom: externe HTTP-Prüfungen, Statusseiten.
  • ELK/Loki (Logs), Sentry (Fehler), OpenTelemetry (Traces).
  • Eine Statusseite (wie /status) informiert Nutzer ehrlich über Störungen.

Alarme und Verfügbarkeit

  • Schwellenwerte mit Warnung (80 %) und Kritisch (95 %); Hysterese und Wiederholungen (erst nach 3 Fehlschlägen alarmieren) gegen Fehlalarme.
  • Alarm-Müdigkeit vermeiden: nur handlungsrelevante Alarme, Prioritäten, Bereitschaftsplan (On-Call), Runbooks (Was tun bei Alarm X?).
  • Kanäle: E-Mail, Chat, Push, SMS, Telefon bei kritisch.
  • Verfügbarkeit = (Gesamtzeit − Ausfall) / Gesamtzeit; 99,9 % ≈ 43 Min Ausfall/Monat; SLO/SLA festlegen; Error Budget.
  • Vier goldene Signale: Latenz, Traffic, Fehler, Sättigung.

Einstieg und Prüfung

  • Klein starten: Uptime Kuma für Webseiten + Zertifikat + Plattenplatz-Alarm; Benachrichtigung auf Handy.
  • Ursachenanalyse: Dashboard + Logs + Verlauf (Was hat sich geändert? Deployment?).
  • Kapazitätsplanung aus Trends.
  • Datenschutz: Logs enthalten ggf. personenbezogene Daten (IP), Aufbewahrung begrenzen.
  • Pflege: Checks aktuell halten, Alarme prüfen (Test-Alarm), Monitoring überwachen (Dead-Man’s-Switch).
  • IHK: Verfügbarkeit berechnen, Monitoring-Begriffe (SNMP, Agent, Polling vs. Trap, Schwellenwert) erklären.

Siehe auch: Prometheus und Metriken, Dashboards mit Grafana, SNMP, IT-Notfallplanung