Metakognition: Über das eigene Lernen nachdenken
Kurz: Metakognition bedeutet, das eigene Denken und Lernen zu beobachten und zu steuern: Was weiß ich schon, was nicht, und welche Strategie hilft gerade? Der Begriff wurde in den 1970er-Jahren vor allem durch den Psychologen John Flavell bekannt.
Genauer: Wer gut lernt, ist nicht nur fleißig, sondern plant, überprüft und passt das Vorgehen an. Forschung zeigt, dass sich solche Fähigkeiten trainieren lassen und mit besseren Lernergebnissen zusammenhängen.
Im Detail
- Planen: Vor dem Lernen klären, was das Ziel ist, wie viel Zeit zur Verfügung steht und welche Methode passt.
- Überwachen: Während des Lernens prüfen: Verstehe ich das wirklich, oder lese ich nur mit?
- Bewerten: Danach überlegen, was funktioniert hat und was beim nächsten Mal anders laufen soll.
- Kompetenzillusion: Viele überschätzen ihr Wissen, weil sich bekannter Stoff vertraut anfühlt; Selbsttests zeigen ehrlicher, was sitzt (testeffekt-und-abrufueben).
- Hilfreiche Fragen: „Könnte ich das jemandem erklären?“, „Wo bin ich unsicher?“, „Welche Aufgabe würde mich in der Prüfung überraschen?“ (feynman-methode).
- Lerntagebuch: Kurze Notizen nach jeder Lerneinheit machen Fortschritte und Probleme sichtbar.
- Fehler auswerten: Korrigierte Klausuren und Übungen geben wertvolle Hinweise, welche Strategie fehlt (fehler-aus-klausuren-richtig-auswerten).
- Strategien wechseln: Wer merkt, dass eine Methode nicht hilft, sollte bewusst eine andere ausprobieren, statt einfach länger dasselbe zu tun.
- Für alle Altersstufen: Schon Grundschulkinder können lernen, über ihr Lernen zu sprechen; mit Übung wird es zur Gewohnheit.