Einkommensungleichheit und Gini-Koeffizient
Kurz: Der Gini-Koeffizient misst, wie ungleich Einkommen oder Vermögen innerhalb eines Landes verteilt sind. Ein Wert von 0 bedeutet völlige Gleichheit, ein Wert von 1 maximale Ungleichheit.
Genauer: Der Koeffizient wird aus der Lorenzkurve berechnet, die den kumulierten Einkommensanteil der Bevölkerung darstellt.
Im Detail
- Lorenzkurve: Zeigt grafisch, wie stark die tatsächliche Verteilung von einer perfekten Gleichverteilung abweicht.
- Internationale Vergleiche: Skandinavische Länder haben meist niedrigere Gini-Werte als viele Länder in Nord- und Südamerika.
- Markteinkommen vs. verfügbares Einkommen: Steuern und Transfers reduzieren die Ungleichheit oft deutlich gegenüber dem reinen Markteinkommen.
- Vermögensungleichheit: Sie ist meist deutlich höher als Einkommensungleichheit, da Vermögen sich über Generationen ansammeln kann.
- Grenzen der Kennzahl: Der Gini-Koeffizient sagt nichts über absolute Armut oder Wohlstand, nur über relative Verteilung.
- Ursachen von Ungleichheit: Bildung, Erbschaften, Arbeitsmarktstruktur und Steuerpolitik beeinflussen den Wert.
- Politische Debatte: Umverteilung durch Steuern und Sozialleistungen ist ein zentrales politisches Streitthema (steuern-arten-und-prinzipien, bruttoinlandsprodukt-bip).