Höhlen und Karstlandschaften
Kurz: Karst entsteht, wenn Wasser lösliches Gestein wie Kalkstein über lange Zeit auflöst. So bilden sich Höhlen, Trichter im Boden und unterirdische Flüsse.
Genauer: Regenwasser nimmt Kohlendioxid aus Luft und Boden auf und wird dadurch leicht sauer. Diese schwache Kohlensäure löst Kalk entlang von Rissen und Klüften und weitet sie im Lauf von Jahrtausenden zu Hohlräumen aus.
Im Detail
- Name: Der Begriff geht auf die Karstregion an der Grenze von Slowenien und Italien zurück, wo diese Landschaftsformen früh beschrieben wurden.
- Gesteine: Karst bildet sich vor allem in Kalkstein und Dolomit, aber auch in Gips und Salz.
- Dolinen: Trichterförmige Senken entstehen, wenn Gestein von unten gelöst wird oder eine Höhlendecke einbricht.
- Verschwindende Flüsse: In Karstgebieten versickern Bäche oft in Schlucklöchern und treten an anderer Stelle als kräftige Karstquelle wieder aus.
- Tropfsteine: Wo kalkhaltiges Wasser in eine Höhle tropft, scheidet sich Kalk ab; Stalaktiten hängen von der Decke, Stalagmiten wachsen vom Boden nach oben.
- Langsames Wachstum: Tropfsteine wachsen meist nur sehr langsam, deshalb können Berührungen oder Abbrechen Schäden für sehr lange Zeit verursachen.
- Beispiele: Bekannte Karstgebiete sind etwa die Schwäbische Alb, die Fränkische Schweiz, die Turmkarstlandschaft um Guilin in China und die Halong-Bucht in Vietnam.
- Andere Höhlenarten: Neben Karsthöhlen gibt es Lavahöhlen aus erstarrter Lava, Eishöhlen und vom Meer ausgewaschene Brandungshöhlen.
- Empfindliches Grundwasser: Wasser fließt im Karst schnell und wird kaum gefiltert, daher gelangen Schadstoffe leicht in Quellen und Trinkwasser (gebirge-und-berge-der-erde, fluesse-und-seen-der-erde).