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Stichproben und Umfragen richtig bewerten

Kurz: Eine Umfrage befragt nur einen Teil (Stichprobe) und schließt auf alle (Grundgesamtheit). Aussagekraft hängt davon ab, wie die Stichprobe gewählt wurde und wie groß sie ist.

Genauer: Zufällig gezogene Stichproben sind repräsentativ. Selbst gewählte Teilnehmer („Online-Abstimmung”) sind es nicht.

Im Detail

  • Repräsentativität: Jede Person der Grundgesamtheit hat eine bekannte Chance, ausgewählt zu werden. Quoten und Gewichtung gleichen Verzerrungen aus.
  • Stichprobengröße und Fehler: Der statistische Fehler sinkt mit der Wurzel der Stichprobengröße. 1.000 Befragte ergeben bei einem Anteil um 50 % etwa ±3 Prozentpunkte. Viermal so viele halbieren den Fehler.
  • Verzerrungen: Selbstselektion (nur Interessierte antworten), Überlebensverzerrung (nur Erfolge werden sichtbar), Antwortverweigerung, sozial erwünschte Antworten, Suggestivfragen.
  • Fragen: Neutral formulieren, keine Doppelfragen, Antwortskalen vollständig.
  • Konfidenzintervall: Gibt den Bereich an, in dem der wahre Wert mit hoher Sicherheit (meist 95 %) liegt. „Partei A 30 %, Partei B 28 %” ist bei ±3 Punkten kein Unterschied.
  • Online-Umfragen: Abstimmungen auf Webseiten und in sozialen Medien sind nicht repräsentativ und manipulierbar.
  • Prüffragen: Wer wurde gefragt? Wie viele? Wie wurde ausgewählt? Wer hat bezahlt? Wie war die genaue Frage?

Siehe auch: Korrelation und Kausalität, Medienkompetenz