Brennwertkessel: Funktionsweise
Kurz: Ein Brennwertkessel ist eine Gas- oder Ölheizung, die zusätzlich die Wärme im Wasserdampf der Abgase nutzt. Dadurch holt er aus derselben Brennstoffmenge mehr Wärme heraus als ältere Kessel.
Genauer: Beim Verbrennen von Gas oder Öl entsteht Wasserdampf. Kühlt das Abgas im Kessel so weit ab, dass der Dampf kondensiert, wird die dabei frei werdende Kondensationswärme an das Heizwasser abgegeben.
Im Detail
- Heizwert und Brennwert: Der Heizwert beschreibt die Wärme ohne Kondensation, der Brennwert die Wärme einschließlich der Kondensationswärme. Wirkungsgrade über 100 % in alten Angaben entstehen nur, weil sie auf den kleineren Heizwert bezogen wurden.
- Kalter Rücklauf ist entscheidend: Kondensation gelingt nur, wenn das zurückfließende Heizwasser kühl genug ist; bei Erdgas liegt der Taupunkt der Abgase grob um 55 °C. Niedrige Vorlauftemperaturen und große Heizflächen helfen dabei.
- Kondensat: Das anfallende Wasser ist leicht sauer und wird über einen Anschluss ins Abwasser geleitet. Je nach Anlage und Brennstoff ist eine Neutralisationseinrichtung nötig.
- Abgasleitung: Weil die Abgase relativ kühl und feucht sind, braucht der Kessel eine feuchteunempfindliche Abgasleitung. Bei alten Schornsteinen wird oft ein Rohr eingezogen.
- Modulierender Betrieb: Moderne Geräte passen ihre Leistung dem Bedarf an. Häufiges Ein- und Ausschalten, das sogenannte Takten, deutet auf eine zu große oder schlecht eingestellte Anlage hin.
- Richtig einstellen: Heizkurve, Pumpe und hydraulischer Abgleich bestimmen, wie oft der Kessel tatsächlich im Brennwertbereich arbeitet.
- Wartung: Eine regelmäßige Wartung durch einen Fachbetrieb hält Verbrennung, Wärmetauscher und Kondensatablauf in Ordnung.
- Rechtlicher Rahmen: Die Vorgaben für neu eingebaute Heizungen haben sich in den letzten Jahren geändert, besonders zum Anteil erneuerbarer Energien. Vor einer Neuanschaffung sollte man die aktuell geltenden Regeln prüfen.
- Zusammenhang: Brennwertkessel profitieren stark von einem hydraulischen Abgleich; als Alternative kommt je nach Gebäude zum Beispiel eine Wärmepumpe infrage (hydraulischer-abgleich-der-heizung, waermepumpe, brennwert-und-zustandszahl-bei-gas).