Interpretierbarkeit: Was passiert im Netz?
Kurz: Neuronale Netze sind „Black Boxes“: Man sieht die Zahlen, versteht aber nicht sofort, warum sie zu einer Antwort führen. Die Interpretierbarkeits-Forschung versucht, das Innere verständlich zu machen.
Genauer: Es gibt zwei Richtungen: Erklärungen für einzelne Vorhersagen (warum diese Entscheidung?) und Verständnis der inneren Mechanismen (was berechnet das Netz?).
Im Detail
- Wichtigkeit von Merkmalen: SHAP und LIME zeigen, welche Eingaben eine Vorhersage beeinflusst haben.
- Saliency/Heatmaps: Bei Bildern markieren sie Bereiche, auf die das Modell achtet (Grad-CAM).
- Attention-Karten: Zeigen, worauf Köpfe achten, sind aber keine volle Erklärung.
- Mechanistische Interpretierbarkeit: Sucht in Sprachmodellen nach Merkmalen und Schaltkreisen. Mit „Sparse Autoencoders“ findet man Richtungen, die Konzepte wie „Golden-Gate-Brücke“ oder „Täuschung“ entsprechen.
- Probing: Kleine Klassifikatoren auf inneren Vektoren zeigen, welche Informationen dort liegen.
- Nutzen: Fehlersuche, Sicherheit (Täuschung entdecken), Vertrauen in sensiblen Bereichen (Medizin, Kredit).
- Grenzen: Erklärungen können plausibel, aber falsch sein. Auch die vom Modell erzählte Begründung ist nicht immer der echte Rechenweg.
- Einfache Modelle (lineare, Bäume) sind von sich aus gut erklärbar, siehe Entscheidungsbäume und Random Forest.
Siehe auch: Sicherheit, Ausrichtung und Jailbreaks, Grenzen von KI: Was Modelle nicht können