3D-Modellierung (Modeling)
Kurz: 3D-Modellierung ist das Erstellen dreidimensionaler Objekte am Computer, als Gitter aus Punkten, Kanten und Flächen. Verwendet wird sie für Spiele, Filme, Produktdesign, Architektur und 3D-Druck.
Genauer: Ein Modell besteht meist aus einem Mesh: Eckpunkte (Vertices), die durch Kanten (Edges) zu Flächen (Faces, meist Dreiecke oder Vierecke) verbunden sind. Dazu kommen Materialien, Texturen und eventuell ein Skelett für Animation.
Im Detail
Verfahren:
| Verfahren | Idee | Typische Software |
|---|---|---|
| Polygon-Modellierung | Mesh Punkt für Punkt, Kante für Kante formen | Blender, Maya, 3ds Max |
| Sculpting | Wie Ton formen, mit feinen Details | ZBrush, Blender Sculpt |
| CAD / parametrisch | Exakte Maße, Skizzen, Bauteile mit Bedingungen | Fusion 360, SolidWorks, FreeCAD |
| NURBS/Kurven | Glatte mathematische Flächen (Autos) | Rhino, Alias |
| Photogrammetrie / 3D-Scan | Aus Fotos oder Laserscans | RealityCapture, Meshroom |
| Prozedural | Regeln erzeugen Formen | Houdini, Geometry Nodes |
Arbeitsablauf in Spielen und Filmen:
- Konzept/Referenz (Skizzen).
- Modellieren: Grobform → Details. Wenige Polygone (Low-Poly) für Spiele, viele für Film.
- UV-Abwicklung: Die Oberfläche wird flach „aufgeschnitten”, damit Texturen passen.
- Texturieren: Farbe, Rauheit, Metall, Normalen-Karten (z. B. Substance Painter).
- Rigging und Animation: Knochen und Bewegung.
- Rendern oder Export in die Engine (FBX, glTF, OBJ).
Wichtige Begriffe: Topologie (saubere Anordnung der Flächen), Normalen, Subdivision, LOD (Detailstufen je Entfernung), Polycount.
Modeling für 3D-Druck: Das Modell muss „wasserdicht” sein (geschlossene Hülle). Export als STL oder 3MF.
Unterschied zu CAD: CAD arbeitet mit exakten Maßen für Fertigung. Künstlerisches Modeling arbeitet visuell und ist für Darstellung gedacht.
Einstieg: Blender (kostenlos) mit Tutorials, für einfache Teile TinkerCAD im Browser.
Siehe auch: CAD, Shader, Game Engine