16-, 32- und 64-Bit
Kurz: Die Bit-Angabe (16, 32, 64) nennt die Breite, mit der ein Prozessor, ein Betriebssystem oder ein Programm Daten und Speicheradressen verarbeitet. Mehr Bit bedeuten größere Zahlen und mehr adressierbaren Arbeitsspeicher.
Genauer: Ein Bit ist eine Stelle im Binärsystem (0 oder 1). Ein 64-Bit-Prozessor kann in einem Schritt 64 Stellen große Zahlen verarbeiten und Speicheradressen mit 64 Bit verwenden.
Im Detail
| Breite | Größte vorzeichenlose Zahl | Adressierbarer RAM (theoretisch) | Zeit / Beispiele |
|---|---|---|---|
| 16 Bit | 65.535 | 64 KiB (mit Tricks 1 MiB) | Intel 8086, MS-DOS, Windows 3.x |
| 32 Bit | 4.294.967.295 | 4 GiB | Pentium, Windows 95 bis 10 (32-Bit), Raspberry-Pi-Altsysteme |
| 64 Bit | ~1,8 × 10¹⁹ | 16 Exbibyte (in der Praxis 256 TiB bis 4 PiB) | Alle modernen PCs und Smartphones |
- Warum 4 GiB bei 32 Bit? 2³² verschiedene Adressen × 1 Byte = 4 GiB. Mehr RAM kann ein 32-Bit-Betriebssystem nicht ansprechen (Windows 32-Bit nutzt ~3,5 GB). Daher war der Wechsel zu 64 Bit nötig, als Computer mehr Speicher bekamen.
- Prozessor, Betriebssystem, Programm: Alle drei haben eine Bit-Breite. Ein 64-Bit-Prozessor kann 32-Bit-Betriebssysteme und -Programme ausführen (Abwärtskompatibilität), aber ein 32-Bit-Prozessor kein 64-Bit-System.
- Vorteile von 64 Bit: Mehr RAM, mehr Register (x86-64: 16 statt 8), große Zahlen schneller, bessere Sicherheit (ASLR, NX).
- Nachteile: Zeiger sind doppelt so groß, Programme brauchen etwas mehr Speicher.
- Windows:
C:\Program Filesfür 64-Bit,C:\Program Files (x86)für 32-Bit-Programme. Windows 11 gibt es nur in 64 Bit. - Datentypen: In C bedeutet
intmeist 32 Bit,long long64 Bit.size_trichtet sich nach der Plattform. - Grafik/Farbtiefe: Dort heißt „32 Bit” etwas anderes (4 Kanäle à 8 Bit).
- Ein-Byte = 8 Bit, daher 64 Bit = 8 Byte.
Siehe auch: x86-64 und ARM64, Bits, Byte