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Seitenkanalangriffe und Timing

Kurz: Seitenkanalangriffe gewinnen Geheimnisse nicht durch Brechen des Algorithmus, sondern aus Nebeneffekten wie Rechenzeit, Stromverbrauch oder Cache-Verhalten.

Genauer: Dauert ein Vergleich länger, je mehr Zeichen übereinstimmen, kann ein Angreifer ein Passwort oder Token Zeichen für Zeichen erraten. Auch gemeinsam genutzte CPU-Caches verraten Zugriffsmuster (Spectre, Meltdown). Die Gegenmittel sind konstante Laufzeit und Isolation.

Im Detail

  • Timing-Angriff: Unterschiedliche Laufzeit verrät Information. Gegenmittel: Vergleich in konstanter Zeit (crypto.timingSafeEqual, hmac.compare_digest).
  • Cache-Angriffe: Flush+Reload, Prime+Probe.
  • Spectre/Meltdown: Spekulative Ausführung der CPU lässt Daten über Cache-Zustand lecken.
  • Leistungs-/Strom- und Schall-Analyse: Bei Chipkarten, Hardware.
  • Fehlermeldungen als Seitenkanal: „Nutzer existiert nicht“ vs. „Passwort falsch“ verrät Konten.
  • Gegenmittel: Konstante Laufzeit, Blinding, Isolation (keine gemeinsame Hardware für Unvertrauliches), Updates/Mikrocode.
  • Praxis: Für Tokens und MACs immer konstanten Vergleich nutzen.

Siehe auch: Schlüsselableitung und Passwort-Hashing (Argon2), Speicherhierarchie und Cache-Lines