WebP
Kurz: Ein von Google entwickeltes, modernes Bildformat, das sowohl verlustbehaftete als auch verlustfreie Kompression unterstützt.
Genauer: Erreicht bei ähnlicher visueller Qualität in der Regel kleinere Dateigrößen als JPEG oder PNG, unterstützt zusätzlich Transparenz und Animationen. Wird im Web zunehmend als Standardformat für Bilder eingesetzt, um Ladezeiten zu verringern.
Im Detail
WebP vereint in einem einzigen Format Eigenschaften, für die man bisher zwei getrennte Formate brauchte: verlustbehaftete Kompression wie JPEG (gut für Fotos, kleinere Dateien durch Detailverlust) UND verlustfreie Kompression wie PNG (perfekte Pixelgenauigkeit, aber größere Dateien) — je nach Anwendungsfall lässt sich der passende Modus wählen. Zusätzlich unterstützt WebP Transparenz (Alpha-Kanal, wie PNG) und einfache Animationen (wie GIF), aber mit deutlich besserer Kompression als beide.
Für Webseiten bedeutet das in der Praxis: dieselbe Bildqualität bei 25-35% kleinerer Dateigröße im Vergleich zu JPEG, was direkt zu schnelleren Ladezeiten führt — ein messbarer Faktor sowohl für die Nutzererfahrung als auch für Suchmaschinen-Rankings (Google bewertet Ladegeschwindigkeit explizit als Ranking-Faktor). Moderne Bildoptimierungs-Pipelines (z. B. Next.js’ eingebaute <Image>-Komponente) konvertieren hochgeladene JPEGs/PNGs automatisch zu WebP (oder dem noch neueren AVIF) aus, sofern der Browser des Besuchers es unterstützt — praktisch alle aktuellen Browser tun das inzwischen, ältere Browser bekommen automatisch einen JPEG/PNG-Fallback ausgeliefert.
Technischer Unterbau
WebP baut technisch auf dem VP8-Videocodec auf, den Google 2010 durch die Übernahme von On2 Technologies erwarb und als offenen, lizenzfreien Standard veröffentlichte — die Grundidee war, dieselbe Kompressionstechnik, die für einzelne Videoframes entwickelt wurde, auch auf einzelne Standbilder anzuwenden. Das erklärt, warum WebP bei ähnlicher Kompressionslogik wie moderne Video-Codecs oft effizienter arbeitet als das deutlich ältere JPEG-Format (das auf einer aus den frühen 1990ern stammenden Kompressionstechnik basiert).
AVIF als nächste Generation
Seit einigen Jahren etabliert sich mit AVIF (basierend auf dem AV1-Videocodec) ein noch neueres, meist noch etwas effizienteres Bildformat als Nachfolger von WebP — bei vergleichbarer Qualität oft nochmals 10-20% kleinere Dateien. Der Nachteil: AVIF-Kodierung ist deutlich rechenintensiver als WebP, was bei der Bildverarbeitung auf dem Server (z. B. beim automatisierten Konvertieren vieler hochgeladener Bilder) ins Gewicht fallen kann. Viele moderne Bildoptimierungs-Pipelines bieten deshalb beide Formate an und liefern automatisch das jeweils effizienteste Format aus, das der anfragende Browser unterstützt.
Praktischer Einsatz mit <picture>
Für maximale Kompatibilität nutzt man häufig das HTML-<picture>-Element, das dem Browser mehrere Formatoptionen anbietet und automatisch das beste unterstützte wählt:
<picture>
<source srcset="bild.avif" type="image/avif" />
<source srcset="bild.webp" type="image/webp" />
<img src="bild.jpg" alt="Beschreibung" />
</picture>Siehe auch: JPEG