Apple Safari
Kurz: Der von Apple entwickelte Browser, Standard-Browser auf macOS und iOS.
Genauer: Nutzt die Rendering-Engine WebKit statt der bei Chrome/Edge verbreiteten Chromium-Basis. Bekannt für gute Energieeffizienz auf Apple-Geräten, aber teils langsamere Übernahme neuer Web-Standards im Vergleich zu Chrome.
Im Detail
Die letzte WebKit-Bastion
Safari ist heute der einzige noch relevante Browser mit einer WebKit-basierten Engine — praktisch alle anderen großen Browser (Chrome, Edge, Opera, Brave) laufen mittlerweile auf Chromium/Blink, das ursprünglich selbst ein Fork von WebKit war, sich seitdem aber eigenständig weiterentwickelt hat. Das macht Safari zu einem wichtigen, aber oft vernachlässigten Testziel für Webentwickler: Eine Seite, die nur in Chromium-Browsern getestet wurde, kann in Safari abweichend aussehen oder sich anders verhalten, weil WebKit manche CSS- oder JavaScript-Features später, anders oder mit abweichenden Bugs implementiert — ein bekanntes Ärgernis in der Webentwicklungs-Community, oft als “Safari ist das neue Internet Explorer” bezeichnet, in Anspielung auf dessen historische Rolle als Kompatibilitäts-Sorgenkind.
Die App-Store-iOS-Besonderheit
Eine Besonderheit auf iOS: Apple erlaubte lange aus Sicherheitsgründen keine alternativen Rendering-Engines im App Store — jeder “Browser” auf iPhone/iPad (auch Chrome oder Firefox für iOS) musste intern WebKit nutzen, war also technisch nur eine andere Oberfläche über derselben Engine. Das änderte sich erst seit 2024 in der EU aufgrund des Digital Markets Act, der Apple zu echten alternativen Engines auf iOS-Geräten in der EU verpflichtet — ein direkter Eingriff in Apples bis dahin strikte Kontrolle über die iOS-Browser-Landschaft.
Datenschutz als Differenzierungsmerkmal
Safari legt traditionell besonderen Wert auf Privatsphäre-Funktionen wie Intelligent Tracking Prevention (ITP), das Cross-Site-Tracking über Cookies erschwert — Safari war einer der ersten großen Browser, der Drittanbieter-Cookies standardmäßig blockierte, deutlich vor Chrome, das lange an unbegrenztem Third-Party-Cookie-Tracking festhielt (u. a. weil Googles Geschäftsmodell selbst stark auf Werbe-Tracking basiert, was einen strukturellen Interessenkonflikt darstellt). Diese frühe Datenschutz-Positionierung passt zu Apples generellem Marketing als privatsphäre-fokussiertes Unternehmen.
Energieeffizienz
Auf Apple-Hardware gilt Safari häufig als energieeffizienter als Chromium-basierte Alternativen — Apple optimiert WebKit gezielt für die eigene Hardware (Apple-Silicon-Chips), was sich in Benchmarks regelmäßig in längerer Akkulaufzeit bei intensiver Browser-Nutzung niederschlägt, ein oft genannter Grund für MacBook-Nutzer, trotz Chromes Marktdominanz bei Safari zu bleiben.
Web Extensions und Limitierungen
Safari unterstützt seit einigen Versionen das gleiche Web-Extensions-API wie Chrome/Firefox, sodass viele Browser-Erweiterungen mit überschaubarem Aufwand portiert werden können — vorher benötigte Safari ein komplett eigenes Erweiterungsformat, was die Verfügbarkeit populärer Add-ons gegenüber Chrome deutlich einschränkte. Trotzdem bleibt die Auswahl an Erweiterungen im Vergleich zu Chrome kleiner, da viele Entwickler primär für die größere Chrome-Nutzerbasis entwickeln und Safari-Support als sekundäres Ziel behandeln.
Siehe auch: Apple, Browser, Google Chrome