RISC-V und Befehlssätze im Vergleich
Kurz: Ein Befehlssatz (ISA) legt fest, welche Grundbefehle ein Prozessor versteht. Die drei wichtigen sind x86 (PCs und Server), ARM (Handys, Apple, viele Server) und das freie RISC-V.
Was ein Befehlssatz ist
Programme werden für einen Befehlssatz übersetzt (Compiler). Ein Programm für x86 läuft nicht auf ARM, ohne neu übersetzt oder emuliert zu werden. Die Bauweise des Chips dahinter (Pipeline, Cache, siehe CPU-Aufbau: Rechenwerke und Cache) kann sehr unterschiedlich sein.
Zwei Denkschulen
- CISC (x86): viele, teils mächtige Befehle verschiedener Länge. Der Chip übersetzt sie intern in einfachere Schritte.
- RISC (ARM, RISC-V): wenige, einfache Befehle gleicher Länge. Einfacher zu bauen und oft sparsamer.
Die drei im Vergleich
| x86-64 | ARM (AArch64) | RISC-V | |
|---|---|---|---|
| Verbreitung | PCs, Server | Handys, Apple Silicon, Cloud | Mikrocontroller, Forschung, wachsend |
| Lizenz | Intel und AMD | Lizenz von Arm | offen, kostenlos |
| Stärke | Software, Leistung | Effizienz | frei anpassbar |
Mehr zu den ersten beiden: x86-64 und ARM64.
Warum RISC-V wichtig ist
Der Befehlssatz ist offen: Jeder darf Chips dafür bauen, ohne Lizenzgebühren und Genehmigung. Er ist modular: Ein Kern mit Basisbefehlen (I) plus Erweiterungen (zum Beispiel M Multiplikation, F/D Gleitkomma, V Vektoren). Das passt für kleine Chips im Gerät ebenso wie für Server. Linux läuft darauf bereits (Der Linux-Kernel im Überblick).
Was Entwickler merken
Für die meisten merken sie wenig: Sprachen wie Python oder Java laufen auf allen. Wer Programme verteilt, baut sie für mehrere Architekturen (z. B. Container-Abbilder für amd64 und arm64).
Siehe auch: CPU