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CRT: Röhrenfernseher und Röhrenmonitore

Kurz: Röhrenbildschirme zeichnen das Bild Zeile für Zeile mit einem Elektronenstrahl; sie haben keine Eingabeverzögerung, weiche Scanlines und sind für Retro-Spiele und Lightguns unerreicht, aber schwer und mit Hochspannung gefährlich.

Genauer: Ein CRT (Cathode Ray Tube) schießt einen Elektronenstrahl auf eine Leuchtschicht. Retro-Spiele (bis ca. PS2/GameCube-Zeit) wurden für diese Technik entworfen: Sprites, Dithering und Transparenz-Tricks wirken dort richtig.

Im Detail

Funktionsprinzip

  • Elektronenstrahl rastert das Bild: Zeile für Zeile, 50/60 Halbbilder pro Sekunde (Interlaced 480i/576i: abwechselnd gerade und ungerade Zeilen).
  • Shadow Mask/Aperture Grille (Trinitron) trennt Rot/Grün/Blau-Punkte.
  • Kein Pixelraster: das Bild wird analog dargestellt, jede Auflösung sieht „nativ“ aus.
  • Phosphor leuchtet nach, Bewegtbild wirkt scharf (geringe Bewegungsunschärfe).
  • Röhren-Typen: Fernseher (4:3), PC-Monitor (VGA, 85–120 Hz), professionelle Video-Monitore (PVM/BVM, RGB-Eingänge, Sammlerpreise).

Vorteile für Retro

  • Praktisch keine Latenz: Bild erscheint sofort (wichtig für Rhythmus-/Reaktionsspiele).
  • Scanlines, Phosphorglühen, natürliche Weichzeichnung kaschieren grobe Pixel; Transparenz-Tricks (Flackern, Dithering, Composite-Farbmischung) funktionieren.
  • Lightguns (NES Zapper, Duck Hunt, Light Phaser): nur mit Röhre (Timing der Bildzeile), mit modernen TVs nicht.
  • 240p-Signal (Konsolen) wird direkt dargestellt, moderne TVs müssen skalieren.
  • Schwarzwert/Kontrast gut; Farbstimmung originalgetreu.

Nachteile und Sicherheit

  • Gewicht und Größe (großes 32”-Gerät: 40 kg), Platz, Stromverbrauch.
  • Hochspannung (bis ~25 kV): Auch nach dem Ausschalten kann die Röhre geladen sein; nie Gehäuse öffnen ohne Fachkenntnis (Entladen vom Profi, Lebensgefahr). Implosionsgefahr der Röhre bei Glasbruch.
  • Entsorgung: CRT enthalten Blei und Schadstoffe, Elektro-Altgerät über Wertstoffhof/Rücknahme, nie in den Hausmüll.
  • Bildfehler (Konvergenz, Geometrie, Einbrennen), Alter (Kondensatoren, Röhrenverschleiß).
  • Magnete (Lautsprecher) stören Farben (Entmagnetisierung/Degauss).
  • Transport vorsichtig (aufrecht, mehr Personen).

Kaufen und Alternativen

  • Gebrauchtkauf: Kleinanzeigen, Flohmarkt; testen mit Testbild/Spiel (Geometrie, Schärfe, Farbfehler, Brummen); Anschlüsse prüfen (SCART/Composite/Komponenten); Abholung planen.
  • Preise für PVM/BVM hoch.
  • Platz-Alternativen: OLED/Plasma mit Upscaler + BFI (schwarze Bilder zwischen Frames), CRT-Shader/Scanline-Filter in Emulatoren, CRT-Filter in RetroArch (CRT-Royale), moderne TVs mit Game-Modus (geringe Latenz), Retro-Handhelds.
  • Pflege: Staub (nur außen), keine Flüssigkeiten auf das Gehäuse, Belüftung.
  • Wer sammelt, sollte Lagerung/Transport und Entsorgung früh klären.

Siehe auch: Retro-Videoanschlüsse, Bildwiederholrate