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Smart-TV und Datenschutz: Was der Fernseher über dich weiß

Kurz: Smart-TVs sammeln oft Nutzungsdaten, nutzen Inhaltserkennung und blenden Werbung ein; mit einigen Einstellungen lässt sich die Datensammlung deutlich begrenzen.

Genauer: Ein vernetzter Fernseher ist ein Computer mit Mikrofon (Sprachsteuerung), Internetverbindung und Bildschirm. Hersteller verdienen nicht nur am Gerät, sondern auch an Daten und Werbung.

Im Detail

Was erhoben wird

  • Nutzungsverhalten: welche Sender, Apps, Sendungen du siehst, wie lange.
  • ACR (Automatic Content Recognition): Das Gerät erkennt anhand von Bild-/Tonmustern, was gerade läuft, auch von HDMI-Quellen wie Konsolen und Blu-ray-Playern, und meldet es an Server.
  • Gerätedaten, IP-Adresse, WLAN, Standort, Werbekennungen.
  • Sprachbefehle (Mikrofon, Sprachassistent).
  • Personalisierte Werbung auf dem Startbildschirm.

Einstellungen, die helfen

  1. Bei der Ersteinrichtung nicht pauschal alles akzeptieren; Datenschutzoptionen einzeln prüfen.
  2. ACR/Inhaltserkennung, „Interaktive Dienste“, „Nutzungsdaten senden“, personalisierte Werbung und Empfehlungen ausschalten (Bezeichnungen je nach Hersteller: „Smart-TV-Dienste“, „Viewing Information Services“, „Live Plus“, „Interest-based advertising“).
  3. Mikrofon/Sprachsteuerung deaktivieren, wenn nicht gebraucht (physischer Schalter, falls vorhanden).
  4. Werbekennung zurücksetzen oder Tracking begrenzen.
  5. Nicht benutzte Apps entfernen, Firmware aktualisieren.
  6. Kamera (falls eingebaut) abdecken oder trennen.

Weitere Möglichkeiten

  • Den TV offline lassen und Streaming über ein externes Gerät (Streaming-Stick, Mini-PC, Konsole mit Datenschutzeinstellungen) betreiben. Das externe Gerät hat dann seine eigenen Einstellungen.
  • Pi-hole/DNS-Filter im Heimnetz blockiert viele Tracker-Domains.
  • Den TV in ein Gäste-/IoT-Netz verlegen (Netzsegmentierung).
  • Nachfragen: Datenschutzerklärung des Herstellers und Auskunftsrecht (Art. 15 DSGVO) nutzen, Widerspruch gegen Datenverarbeitung.

Beim Kauf

Achte auf Update-Dauer (Sicherheitspatches), Datenschutzeinstellungen, Werbeanteil in der Benutzeroberfläche und Testberichte (zum Beispiel von Stiftung Warentest, Verbraucherzentralen). Gebrauchte oder alte TVs nicht mit sensiblen Konten ohne Zurücksetzen nutzen; vor Verkauf Werkseinstellungen. Ein „dummer“ Monitor ohne Smart-Funktionen mit externem Streaming-Gerät ist die datensparsamste Lösung.

Siehe auch: Sprachassistenten und Smart Speaker, Pi-hole, Netzwerksegmentierung, Fernseher