EMZETT.
Login

UPnP: Automatische Portfreigaben und ihre Risiken

Kurz: Ein Verfahren, mit dem Programme im Heimnetz den Router selbständig bitten, Ports für das Internet zu öffnen.

Genauer: Wer ein Spiel hosten oder eine Konsole mit Online-Funktionen nutzen will, braucht oft eingehende Verbindungen aus dem Internet. Normalerweise muss man dafür im Router eine Portfreigabe einrichten. UPnP (Universal Plug and Play, genauer die Funktion IGD) automatisiert das: Das Programm fordert die Freigabe selbst an, der Router richtet sie ein.

Im Detail

Ablauf

  1. Das Gerät findet den Router per Multicast (SSDP, UDP 1900).
  2. Es sendet eine Anfrage wie „Leite externen Port 25565 TCP an mich (192.168.1.20:25565) weiter“.
  3. Der Router legt die Regel an und liefert die externe Adresse zurück. Alternative Verfahren mit gleichem Ziel sind NAT-PMP und PCP.

Warum es praktisch ist

Nutzer müssen nichts von Ports und Weiterleitungen verstehen. Spiele, Videokonferenzen, Peer-to-Peer-Programme und Medienserver funktionieren „einfach“.

Warum es riskant ist

Jedes Gerät im Heimnetz darf ohne Passwort Löcher in die Firewall öffnen. Schadsoftware auf einem Rechner oder IoT-Gerät kann so Dienste nach außen freigeben, ohne dass Nutzer es merken. Es gab immer wieder Sicherheitslücken in UPnP-Implementierungen von Routern, die sogar aus dem Internet erreichbar waren. Deshalb raten viele Fachleute, UPnP auszuschalten.

Empfehlung

Im Router-Menü ansehen, welche UPnP-Freigaben aktiv sind, und unbekannte Einträge löschen. Besser ist es, nur die wirklich nötigen Ports von Hand freizugeben und dem Gerät eine feste IP-Adresse zu geben. Für Spiele genügt oft das Verfahren NAT-Typ „offen“ per fester Freigabe. Hinter CGNAT hilft UPnP nicht, da die Freigabe nur bis zum Provider-Router reicht.

Siehe auch: Firewall, CGNAT, NAT, Router