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PoE: Strom über das Netzwerkkabel

Kurz: Power over Ethernet versorgt Geräte wie Zugangspunkte, Kameras und Telefone über dasselbe Kabel mit Strom und Daten, sodass keine zweite Steckdose nötig ist.

Genauer: Viele Netzwerkgeräte hängen an Orten ohne Steckdose: ein WLAN-Zugangspunkt an der Decke, eine Überwachungskamera an der Fassade. PoE (IEEE 802.3af/at/bt) überträgt Gleichstrom zusammen mit den Daten über ein ganz normales Ethernet-Kabel (Kupferdoppeladern).

Im Detail

Bausteine

  • PSE (Power Sourcing Equipment): liefert den Strom. Ein PoE-Switch, ein PoE-Injektor (Zwischenstück) oder ein Router mit PoE.
  • PD (Powered Device): das versorgte Gerät.
  • Ein Aushandlungsverfahren sorgt dafür, dass Strom nur an Geräte fließt, die PoE unterstützen, und nur so viel wie nötig. Ein normales Gerät ohne PoE bleibt unbeschädigt.

Standards und Leistung

StandardLeistung am PortBeim Gerät verfügbar
802.3af (PoE)15,4 W12,95 W
802.3at (PoE+)30 W25,5 W
802.3bt (PoE++) Typ 360 W51 W
802.3bt (PoE++) Typ 490–100 W71 W
Ein Zugangspunkt braucht oft PoE oder PoE+, Kameras mit Heizung und Schwenkmotor PoE+, Pan-Tilt-Zoom-Kameras oder Thin Clients mehr.

Vorteile

Weniger Kabel und Netzteile, Geräte lassen sich dort anbringen, wo ein Netzwerkkabel liegt. Der Strom kann zentral über eine USV abgesichert werden: Fällt der Strom aus, laufen Kameras und Telefone weiter. Wartung und Neustart des Geräts sind über den Switch per Software möglich (Port aus- und einschalten).

Grenzen und Hinweise

  • Die Kabellänge ist wie bei Ethernet auf 100 Meter begrenzt.
  • Das Leistungsbudget des Switches ist begrenzt: Er kann nicht alle Ports gleichzeitig voll versorgen. Prüfe die Gesamtleistung in Watt.
  • Verwende echte Kupferkabel (nicht CCA, kupferbeschichtetes Aluminium), da hohe Ströme sonst Verluste und Hitze erzeugen. Cat5e oder besser.
  • Nicht standardkonformes „Passiv-PoE“ liefert ohne Aushandlung Strom und kann Geräte zerstören: Hersteller-Angaben beachten.

Siehe auch: Cat-Kabel, Layer-2-Switch, USV, Ethernet