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mDNS und Bonjour: Geräte im lokalen Netz finden

Kurz: Verfahren, mit denen sich Geräte im selben Netz ohne zentralen DNS-Server über Namen wie „drucker.local“ finden.

Genauer: Im Heimnetz gibt es oft keinen eigenen DNS-Server, der Namen wie „wohnzimmer-tv“ auflöst. Multicast DNS (mDNS) löst das: Ein Gerät fragt per Multicast („Wer ist drucker.local?“) alle Geräte im Netz, und das gesuchte antwortet mit seiner IP-Adresse. Apple nennt die Technik Bonjour, unter Linux heißt die Umsetzung Avahi, unter Windows ist sie seit Windows 10 eingebaut.

Im Detail

Wie es funktioniert

mDNS nutzt die Multicast-Adresse 224.0.0.251 (IPv6: ff02::fb) und UDP Port 5353. Die Domäne .local ist dafür reserviert. Geräte melden ihren Namen beim Start und antworten auf Anfragen. Es gibt keinen Server und keine Einrichtung.

Dienste finden (DNS-SD)

Zusammen mit DNS-SD (Service Discovery) lassen sich auch Dienste auffinden: Ein Drucker kündigt _ipp._tcp an, ein Mediaserver _airplay._tcp, SSH-Server _ssh._tcp. Programme wie AirPrint, AirPlay, Chromecast-Erkennung und Smart-Home-Geräte nutzen das, damit Nutzer nichts eingeben müssen.

Praxis

ping drucker.local
avahi-browse -a        # Linux: alle Dienste anzeigen
dns-sd -B _http._tcp  # macOS: Webserver im Netz

Multicast bleibt im lokalen Netz. Über Subnetze, VLANs oder VPN hinweg funktioniert es nicht ohne einen mDNS-Repeater/Reflector (auf Routern wie OPNsense oder bei UniFi verfügbar). Das erklärt, warum ein Drucker im Gäste-WLAN nicht gefunden wird.

Sicherheit

mDNS hat keine Authentifizierung: Ein Gerät im selben Netz kann falsche Antworten schicken, und Dienste geben oft Gerätenamen und Modell preis. In unsicheren Netzen (Hotel, Café) sollte man das Teilen ausschalten, und in Firmennetzen wird mDNS oft gefiltert.

Siehe auch: DNS, IP-Adressen, VLAN, localhost